Entsendeplattform

Hafner, Platten-, Fliesenleger und Keramiker / Überbrückungsmodell / Beilage / Lohn/Gehalt

Vereinbarung vom 12.3.2013

Redaktionelle Anmerkungen Quelle: Gewerkschaft Bau - Holz

zwischen der Kollektivvertragsgemeinschaft
Bundesinnung der Steinmetzmeister
Bundesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler
Bundesinnung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker
Bundesinnung der Bauhilfsgewerbe
Bundesinnung Holzbau
Bundesinnung der Maler und Tapezierer

einerseits
und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft Bau-Holz,
andererseits


1. Präambel
Zur Schaffung und Umsetzung eines Überbrückungsmodells wird ein dreijähriger Kollektivvertragsabschluss vereinbart. Sollte das Überbrückungsmodell nicht umgesetzt werden, so gilt ein zweijähriger Kollektivvertragsabschluss.


2. Löhne
2.1  Mindestlöhne für die Bereiche, die der BUAG unterliegen
a.
Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne werden per 1.5.2013 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 3,1 % in der jeweiligen Kategorie für Hilfsarbeiter erhöht. Der sich ergebende Erhöhungsbetrag ist der Erhöhungsbetrag für alle weiteren Lohnkategorien, wobei eine Mindesterhöhung von 2,5 % garantiert ist.
Die Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2013 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 3,1 % erhöht (ausgenommen dort, wo die Lehrlingsentschädigung prozentuell an den Facharbeiterlohn gekoppelt ist).
b.
Für den Fall, dass das in Punkt 5 dargestellte Überbrückungsgeld bis 31.12.2013 gesetzlich verankert wird, gilt: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2014 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,3 % zuzüglich der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2012) bis Februar (2013) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2015 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,3 % zuzüglich der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2014) bis Februar (2015) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
c.
Für den Fall, dass das in Punkt 5 dargestellte Überbrückungsgeld bis 31.12.2013 gesetzlich nicht verankert wird, gilt: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2014 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 1,0 % zuzüglich der der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2012) bis Februar (2013) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
2.2  Mindestlöhne für die Bereiche, die der BUAG nicht unterliegen
a.
Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2013 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 3,1 % erhöht.
b.
Für den Fall, dass das in Punkt 5 dargestellte Überbrückungsgeld bis 31.12.2013 gesetzlich verankert wird, gilt: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2014 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,5 % zuzüglich der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2012) bis Februar (2013) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2015 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,5 % zuzüglich der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2014) bis Februar (2015) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
c.
Für den Fall, dass das in Punkt 5 dargestellte Überbrückungsgeld bis 31.12.2013 gesetzlich nicht verankert wird, gilt: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2014 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,5 % zuzüglich der der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2012) bis Februar (2013) erhöht, wobei der Berechnung der von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
2.3  Mindestlöhne für die Bereich der Bodenleger, Maler, Steinarbeiter im Bereich des Bauhilfsgewerbes
a.
Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne werden per 1.5.2013 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 3,1 % in der jeweiligen Kategorie für Hilfsarbeiter erhöht. (Abweichungen können sich hier im Fall einer Vereinheitlichung der Löhne ergeben.) Der sich ergebende Erhöhungsbetrag ist der Erhöhungsbetrag für alle weiteren Lohnkategorien, wobei eine Mindesterhöhung von 2,5 % garantiert ist.
Die Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2013 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 3,1 % erhöht.
b.
Für den Fall, dass das in Punkt 5 dargestellte Überbrückungsgeld bis 31.12.2013 gesetzlich verankert wird, gilt: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2014 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,4 % zuzüglich der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2012) bis Februar (2013) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2015 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,4 % zuzüglich der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2014) bis Februar (2015) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
c.
Für den Fall, dass das in Punkt 5 dargestellte Überbrückungsgeld bis 31.12.2013 gesetzlich nicht verankert wird, gilt: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per 1.5.2014 für eine Laufzeit von 12 Monaten um 0,75 % zuzüglich der der prozentuellen Veränderung des Durchschnittes der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2013) bis Februar (2014) zum Durchschnitt der VPI Monatsdaten über den Zeitraum März (2012) bis Februar (2013) erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte (VPI 2010) zugrunde gelegt werden.
2.4  Die Inflationsrate wird kaufmännisch auf eine Nachkommastelle gerundet. Sollte der VPI 2010 nicht mehr verlautbart werden, so gilt jener Index als Grundlage für die Wertsicherung, der dem vorgenannten Index am meisten entspricht.
Bei der Errechnung der Lohnsätze findet jeweils die kollektivvertragliche Rundungsregelung Anwendung; d.h. es wird auf einen Cent genau kaufmännisch gerundet.
2.5  Die bestehenden Parallelverschiebungsklauseln bleiben aufrecht.
2.6  Der Kollektivvertrag beginnt seine Wirksamkeit am 1.5.2013 bzw. 1.5.2014 bzw. 1.5.2015. Die Lohnsätze gelten bis 30.4.2014 bzw. 30.4.2015 bzw. 30.4.2016 (unter Beachtung der Präambel).


3. Rahmenänderungen
In den Rahmenkollektivverträgen bzw. den Lohnordnungen werden folgende Bestimmungen neu eingeführt:
3.1  Praktikanten
a)
Pflichtpraktikanten,
das sind Schüler und Studenten, die eine im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebene oder übliche praktische Tätigkeit verrichten, erhalten eine Entlohnung in Höhe der Lehrlingsentschädigung für das 1. Lehrjahr.
b)
Ferialarbeitnehmer,
das sind solche, die nicht unter lit a) fallen und in Zeiten von Schulferien vorübergehend beschäftigt werden, erhalten eine Entlohnung in Höhe der Lehrlingsentschädigung für das 2. Lehrjahr bzw. mindestens 40 % des Facharbeiterlohnes im 1. Verwendungsjahr).
3.2  Entfall der kollektivvertraglichen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und einheitliche Regelung der Arztstunden.
3.3  Vereinfachung der Lohnauszahlungsbestimmungen und verpflichtende Einführung der Lohnzahlung mit schuldbefreiender Wirkung auf ein Bankkonto des Arbeitnehmers.


4. Sonderregelungen
4.1  KV Zimmermeistergewerbe, KV Bauhilfsgewerbe, KV Brunnenmeister, Grundbau- und Tiefbohrunternehmer:
Weihnachtsgeld: KlarsteIlung, dass bei allen Abrechnungen des Weihnachtsgeldes auch eine Reststundenzahl unter 39 für die Berechnung der Höhe des Weihnachtsgeldes heranzuziehen ist.
"Bei der Abrechnung sind allfällige Reststunden aliquot zu berücksichtigen. "
4.2  Kollektivvertrag Maler:
Bei der Berechnung des Urlaubszuschusses werden die ausgewiesenen Stundenlöhne um jeweils 0,1 Stundenlöhne erhöht.
Einheitliche Bezeichnung in der Lohnkategorie Facharbeiter ohne LAP mit “Verwendungsjahr"
Arbeitsgruppe Rahmen-KV Maler, die noch vor dem 1. Mai 2013 ihre Arbeit aufnimmt.
4.3  Kollektivvertrag Dachdecker:
Im Kollektivvertrag für Dachdecker soll die Lohnordnung für das Bundesland Kärnten an die Lohnordnung der übrigen Bundesländer hergeführt werden. Die Vorgehensweise des letzten KV-Abschlusses soll fortgeführt werden.
4.4  Kollektivvertrag für das Tapezierergewerbe:
Eine Arbeitsgruppe der Sozialpartner soll den Rahmenkollektivvertrag überarbeiten.
4.5  Kollektivvertrag für das Steinarbeitergewerbe
Die Vereinheitlichung der Lohnordnung und Lohnsätze soll weitergeführt werden.
Einheitliche Bezeichnung der Weihnachtsremuneration als Weihnachtsgeld.
4.6  Kollektivvertrag für das Hafner-, Platten-, und Fliesenlegergewerbe:
Gemeinsames Ziel ist die Schaffung einer bundeseinheitlichen Lohnordnung und Löhne. Dieses Ziel soll auch im Bereich der Landesinnung Burgenland der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker umgesetzt werden. Zur Erreichung dieses Zieles wird eine gemeinsame Sozialpartnerlösung zwischen der Landesinnung Burgenland der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker und der Gewerkschaft Bau-Holz bis 2017 angestrebt. Der erste Schritt wird mit Wirksamkeit 1. Mai 2013 umgesetzt.
4.7  Kollektivvertrag Zimmermeistergewerbe
Lohnordnung: Zimmer im bzw. nach dem 1. Gehilfenjahr soll klargestellt werden auf "Zimmerer mit und ohne LAP im bzw. nach dem 1. Verwendungsjahr".
4.8  Kollektivvertrag Bauhilfsgewerbe
Einführung einer analogen Regelung nach Vorbild KV Seinarbeitergewerbe § 11a.
Anpassung der Berufsgruppenbezeichnung an den Geltungsbereich des Kollektivvertrages im § 9.
Im § 8 KlarsteIlung der Bezeichnung Facharbeiter der 1. Kategorie als höchste Facharbeiterkategorie ("Fassader").
4.9  Kollektivvertrag Bodenleger
Einheitliche Bezeichnung der Weihnachtsremuneration als Weihnachtsgeld.


5. Überbrückungsmodell
Die Kollektivvertragsparteien setzen sich dafür ein, ein Überbrückungsgeld im BUAG mit folgenden Eckpunkten zu verankern:
1.  Finanzierung durch Arbeitgeberzuschlag
Faktor KV-Lohn mal 1,5 pro Beschäftigungswoche (ausgenommen Urlaub)
2.  Beitrag durch Gesetzgeber
  • a)
    Beitrag öffentliche Hand
  • b)
    BUAG-Zeiten = Schwerarbeitszeiten
  • c)
    Feststellungsbescheid der PVA
  • d)
    BUAG-Novelle mit der Schaffung eines Sachbereiches Überbrückungsgeld
3.  Änderungen im BUAG
  • a)
    Hebesatz im Sachbereich Urlaub: Festschreibung in 2 Etappen auf 20 %
  • b)
    Anpassung der Verfallsfristen im Sachbereich Urlaub an die allgemeine Verfallsregel
  • c)
    Senkung des Faktors im Sachbereich Urlaub nach Abbau des Ausgleichsaldos
4.  Die genauen Richtlinien betreffend Anspruchsvoraussetzungen, Personenkreis, Leistungen, Prämien etc. sind mit der Gesetzeswerdung und den Bau-Sozialpartnern abzustimmen.


6. Sonstiges
6.1  Arbeitsgruppe Taggeld, Arbeitszeit
Die Kollektivvertragsparteien vereinbaren die Einsetzung einer Arbeitsgruppe Thema Taggeld und Arbeitszeitflexibilisierung (inkl. Lenkzeit) mit dem Ziel, bis 1.5.2014 Lösungen umzusetzen.
6.2  Arbeitsgruppe Teilzeitarbeit
Die Kollektivvertragsparteien vereinbaren die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zum Thema der Bekämpfung von missbräuchlicher Teilzeitarbeit.
6.3  Schwerarbeit
Die Kollektivvertragsparteien unterstützen Maßnahmen für eine bessere und unbürokratische Berücksichtigung von Bauarbeitern bei der Regelung der Schwerarbeits- und der Invaliditätspension, insbesondere: Beschäftigungszeiten nach dem BUAG sind Schwerarbeitszeiten.
6.4  Arbeitskräfteüberlassung
Die Erklärung über "Leiharbeit" vom 18.4.1987 (Anhang) wird um folgenden Absatz ergänzt:
Die Kollektivvertragsparteien empfehlen den Einsatz von überlassenen Arbeitskräften auf das notwendige Ausmaß zu beschränken und den Abschluss einer Betriebsvereinbarung (§ 97 Abs. 1 Z 1a ArbVG).


Unterzeichnungsprotokoll
Wien, 12.3.2013
Für die
Bundesinnung der Steinmetze
Wolfgang Ecker Mag. Franz Stefan Huemer
Bundesinnungsmeister Geschäftsführer
Für die
Bundesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler
Othmar Berner Mag. Franz Stefan Huemer
Bundesinnungsmeister Geschäftsführer
Für die
Bundesinnung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker
Wolfgang Ivancsics Mag. Franz Stefan Huemer
Bundesinnungsmeister Geschäftsführer
Für die
Bundesinnung der Bauhilfsgewerbe
Ing. Irene Wedl-Kogler Mag. Franz Stefan Huemer
Bundesinnungsmeisterin Geschäftsführer
Für die
Bundesinnung Holzbau
Komm.Rat Richard Rothböck Mag. Franz Stefan Huemer
Bundesinnungsmeister Geschäftsführer
Für die
Bundesinnung der Maler und Tapezierer
Erwin Wieland Mag. Franz Stefan Huemer
Bundesinnungsmeister Geschäftsführer
Für den
Österreichischen Gewerkschaftsbund
Gewerkschaft Bau-Holz
Abg.z.NR Josef Muchitsch Mag. Herbert Aufner
Bundesvorsitzender Bundesgeschäftsführer

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