Entsendeplattform

Futtermittelindustrie / Zusatz / Lohn/Gehalt

KOLLEKTIVVERTRAG


abgeschlossen zwischen dem Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie Österreichs,
VERBAND DER FUTTERMITTELINDUSTRIE

1030 Wien, Zaunergasse 1-3, und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier, Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft / Nahrung / Genuss, 1034 Wien, Alfred-Dallinger-Platz 1.
Redaktionelle Anmerkungen Quelle: Wirtschaftskammer Österreich
Abschlussinfo

Abschlussdatum: 31.7.2019
  • Die kollektivvertraglichen Mindestgehälter werden um 2,8% erhöht.
  • Bei den IST-Gehälter bleibt die Überzahlung zum Mindestgrundgehalt aufrecht.

Geltungsbeginn: 1.9.2019


Artikel I Geltungsbereich
Der Kollektivvertrag gilt:
Räumlich: Für alle Bundesländer.
Fachlich: Für alle Mitgliedsbetriebe des Verbandes der Futtermittelindustrie.
Für Mitgliedsfirmen, die gleichzeitig auch einem anderen als dem oben genannten Verband angehören, ist in Zweifelsfällen die Vertragszugehörigkeit einvernehmlich zwischen den beteiligten Fachverbänden (bzw. Verbänden) und der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier, Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft/Nahrung/Genuss, festzustellen. Bei dieser Feststellung ist davon auszugehen, welcher Produktionszweig überwiegend ausgeübt wird.
Persönlich: Für alle jene dem Angestelltengesetz unterliegenden DienstnehmerInnen, auf welche der Rahmenkollektivvertrag für Angestellte der Industrie vom 1. Nov. 1991, idgF., anzuwenden ist.


Artikel II Gehälter
1.  Gemäß § 19 Abs. 3 des Rahmenkollektivvertrages für die Angestellten der Industrie werden die für die einzelnen Verwendungsgruppen geltenden monatlichen Mindestgrundgehälter mit Wirkung vom
1. September 2019
laut beiliegender Gehaltsordnung neu festgesetzt.
2.  Die euromäßige Überzahlung des tatsächlichen Monatsgehaltes (Istgehalt) ist aufrechtzuerhalten.
Berechnungsgrundlage ist das August-Istgehalt 2019.


Artikel III Freizeitoption
Anstelle eines Teiles oder der gesamten Gehaltserhöhung (01.09.2019) kann durch eine Betriebsvereinbarung die Möglichkeit geschaffen werden, bezahlte Freizeit von bis zu
maximal 4 Stunden 41 Minuten
dies entspricht 2,8 % des Gehaltes
– zu vereinbaren; in Betrieben ohne Betriebsrat durch schriftliche Vereinbarung mit den Kollektivvertragsparteien (Rahmenvereinbarung):
  • -
    Bei Vollzeitbeschäftigung und vollständiger Nutzung der Freizeitoption entsteht pro Monat ein Freizeitanspruch von maximal 4 Stunden 41 Minuten; dies entspricht 2,8 % des Gehaltes;
  • -
    bei Teilzeitbeschäftigung gebührt der aliquote Anteil davon.
  • -
    Für Dienstzeiten ohne Entgeltanspruch entsteht kein Freizeitanspruch (z.B. Präsenz-, Zivildienst, Wochengeldbezug, gesetzliche Elternkarenz, Freistellung gegen Entfall des Arbeitsentgeltes, erweiterte Betriebsrats-Bildungsfreistellung, ungerechtfertigtes Fernbleiben, Arbeitsunfähigkeit ohne Entgeltfortzahlungsanspruch).
  • -
    Die Freizeit ist auf einem eigenen Zeitkonto zu erfassen, dessen Stand der Arbeitnehmerin bzw. dem Arbeitnehmer monatlich zu übermitteln ist.
  • -
    Ein Vorgriff auf noch nicht erworbene Freizeit ist ausgeschlossen.
  • -
    Die Freizeit verfällt nicht durch Zeitablauf;
  • -
    auf die Freizeit kann die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer nicht verzichten.
  • -
    Durch die Anwendung dieser Option kommt es nicht zu einer Vereinbarung von Teilzeitbeschäftigung.
Die Freizeit ist im Einvernehmen zwischen der Arbeitnehmerin bzw. dem Arbeitnehmer und dem Unternehmen stundenweise, ganztägig oder ganzwöchig zu konsumieren. Während der Freizeit ist für jede Stunde 1/167 des gemäß § 11 bis § 12b RKV (Berechnung der Sonderzahlung) ermittelten Monatswertes zu zahlen. Kommt kein Einvernehmen zustande, kann der Verbrauch der Freizeit vor oder nach dem nächsten Urlaub, Feiertag angetreten werden. Aus zwingenden betrieblichen Erfordernissen kann das Unternehmen verlangen, dass die Freizeit frühestens 4 Wochen später in einem von der Arbeitnehmerin bzw. vom Arbeitnehmer gewählten Zeitraum verbraucht wird.

Für Zeiträume, in denen auf Grund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Bestimmungen Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht, kann der Verbrauch der Freizeit aus der Freizeitoption nicht vereinbart werden.
Ablauf:
  • -
    Die Ist-Gehälter aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind mit 1.9.2019 gemäß dem Gehaltsvertrag vom 31.7.2019 zu erhöhen.
  • -
    Der angestrebte Abschluss einer Betriebsvereinbarung ist bis 30.9.2019 im Betrieb bekannt zu geben (z.B. durch Aushang).
  • -
    Die Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer haben bis 15.1.2020 die Möglichkeit, gegenüber dem Unternehmen die Absicht zu bekunden, diese Option zu wählen.
  • -
    Bis 15.12.2019 kann eine Betriebsvereinbarung über die Rahmenbedingungen der Freizeitoption abgeschlossen werden.
  • -
    Wird bis 15.12.2019 eine solche Betriebsvereinbarung abgeschlossen, besteht für jene Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer, die ihr Interesse bekundet haben, die Möglichkeit, bis 15.2.2020 einzelvertraglich die Anwendung der Freizeitoption zu vereinbaren.
  • -
    Kommt bis 15.2.2020 eine derartige Einzelvereinbarung zustande, ist das Ist-Gehalt der betroffenen Arbeitnehmerin bzw. des betroffenen Arbeitnehmers mit 1.4.2020
    um bis zu 2,8 % zu verringern
    . Ab diesem Zeitpunkt sind die Freizeitgutschriften vorzunehmen.
Für die schriftliche Vereinbarung mit den Kollektivvertragsparteien in Betrieben ohne Betriebsrat gilt dies sinngemäß.

Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer, deren Gehalt bei Anwendung der Freizeitoption unter das Mindestgehalt zum 1.9.2019 sinken würde, können diese nicht in Anspruch nehmen. Während eines Arbeitsverhältnisses darf eine Arbeitnehmerin bzw. ein Arbeitnehmer insgesamt bis zu viermal die Freizeitoption wählen, davon vor dem 50. Geburtstag bis zu zweimal.
Wird mit einer Arbeitnehmerin bzw. einem Arbeitnehmer nach Anwendung der Freizeitoption eine Änderung des Ausmaßes der Normalarbeitszeit vereinbart, gilt:
  • -
    Die Entstehung des Freizeitanspruches ist ab dem Zeitpunkt der Änderung der Normalarbeitszeit im Verhältnis des Ausmaßes der Änderung der Arbeitszeit an-zupassen.
  • -
    Der zu diesem Zeitpunkt bestehende Freizeitanspruch aus der Freizeitoption ist weder bei einer Verringerung noch bei einer Erhöhung des Ausmaßes der Normalarbeitszeit anzupassen.
Nicht konsumierte Freizeit ist vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses nach Möglichkeit zu verbrauchen. Verbleibende Ansprüche sind in voller Höhe zuschlagsfrei abzugelten. Zur Berechnung des Wertes der nicht konsumierten Freizeit ist für jede Stunde 1/167 des gemäß § 11 bis § 12b RKV (Berechnung der Sonderzahlung) ermittelten Monatswertes heranzuziehen.


Artikel III Geltungsbeginn
Dieser Kollektivvertrag tritt mit 1. September 2019 in Kraft.



Wien, am 31. Juli 2019
FACHVERBAND DER NAHRUNGS- UND GENUSSMITTELINDUSTRIE
Obmann Geschäftsführerin
GD KR DI Johann MARIHART Mag. Katharina KOSSDORFF
VERBAND DER FUTTERMITTELINDUSTRIE
Obmann Geschäftsführerin
Dipl.Ing. Christoph HENÖCKL Mag. Katharina KOSSDORFF
ÖSTERREICHISCHER GEWERKSCHAFTSBUND
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Vorsitzender Geschäftsbereichsleiter
TEIBER DÜRTSCHER
ÖSTERREICHISCHER GEWERKSCHAFTSBUND
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft / Nahrung / Genuss
Vorsitzende Wirtschaftsbereichssekretär
TREML Mag. HIRNSCHRODT


Gehaltsordnung
gemäß § 19 Abs. 3 des Rahmenkollektivvertrages für Angestellte der Industrie vom 1. November 1991 für die Mitgliedsfirmen des Verbandes der

Futtermittelindustrie

gültig ab 1. September 2019

in €

Ver­wendungs­gruppen­jahre Verwendungsgruppen
I II III IV
1. u. 2. 1.642,94 1.725,69 1.984,79 2.515,52
n. 2. 1.642,94 1.792,83 2.089,68 2.651,16
n. 4. 1.686,49 1.859,97 2.194,57 2.786,80
n. 6. 1.927,11 2.299,46 2.922,44
n. 8. 1.994,25 2.404,35 3.058,08
n. 10. 2.061,39 2.509,24 3.193,72
n. 12. 2.128,53 2.614,13 3.329,36
BS 43,55 67,14 104,89 135,64
Ver­wendungs­gruppen­jahre Verwendungsgruppen
IVa V Va VI
1. u. 2. 2.764,85 3.293,55 3.617,80 4.956,44
n. 2. 2.913,21 3.472,48 3.814,63 5.395,97
n. 4. 3.061,57 3.651,41 4.011,46 5.835,50
n. 6. 3.209,93 3.830,34 4.208,29 6.275,03
n. 8. 3.358,29 4.009,27 4.405,12 6.714,56
n. 10. 3.506,65 4.188,20 4.601,95
n. 12. 3.655,01 4.367,13 4.798,78
BS 148,36 178,93 196,83 439,53
Ver­wendungs­gruppen­jahre Verwendungsgruppen
M I M II o.F. M II m.F. M III
1. u. 2. 2.092,59 2.510,07 2.685,01 2.782,74
n. 2. 2.092,59 2.510,07 2.685,01 2.930,95
n. 4. 2.165,54 2.613,95 2.795,41 3.079,16
n. 6. 2.238,49 2.717,83 2.905,81 3.227,37
n. 8. 2.311,44 2.821,71 3.016,21 3.375,58
n. 10. 2.384,39 2.925,59 3.126,61 3.523,79
n. 12. 2.457,34 3.029,47 3.237,01 3.672,00
BS 72,95 103,88 110,4 148,21
Tabelle IST-Gehaltserhöhung per 1.9.2019
(Auswirkungen der Beibehaltung der euromäßigen Überzahlung)
Betrifft: Interpretation "Beibehaltung der euromäßigen Überzahlung" im Gehaltskollektivvertrag 2019 der Futtermittelindustrie.
Die Gehälter der Ist-Gehaltsbezieher sind im Sinn des Artikel II Punkt 2 des Kollektivvertrages 2019 Futtermittelindustrie wie folgt euromäßig zu erhöhen:
Für die in dem entsprechenden Verwendungsgruppen eingestuften Angestellten sind die Ist-Erhöhungen (in Euro) der Tabelle zu entnehmen.
Verw. Gr. Jahre Verwendungsgruppen
I II III IV
1. u. 2. 44,75 47 54,05 68,53
n. 2. 44,75 48,83 56,91 72,22
n. 4. 45,94 50,66 59,77 75,91
n. 6. 52,49 62,63 79,6
n. 8. 54,32 65,49 83,29
n. 10. 56,15 68,35 86,98
n. 12. 57,98 71,21 90,67
Verw. Gr. Jahre Verwendungsgruppen
IVa V Va VI
1. u. 2. 75,31 89,72 98,55 135,01
n. 2. 79,35 94,59 103,91 146,98
n. 4. 83,39 99,46 109,27 158,95
n. 6. 87,43 104,33 114,63 170,92
n. 8. 91,47 109,2 119,99 182,89
n. 10. 95,51 114,07 125,35
n. 12. 99,55 118,94 130,71
Verw. Gr. Jahre Verwendungsgruppen
M I M II o. F. M II m. F. M III
1. u. 2. 56,99 68,36 73,12 75,78
n. 2. 56,99 68,36 73,12 79,82
n. 4. 58,98 71,19 76,13 83,86
n. 6. 60,97 74,02 79,14 87,9
n. 8. 62,96 76,85 82,15 91,94
n. 10. 64,95 79,68 85,16 95,98
n. 12. 66,94 82,51 88,17 100,02

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